Du kennst Highlife, Afrobeat oder Ethio-Jazz … aber kennst du die algerische Hawzi-Musik oder die Sufi-Gesänge aus Burkina Faso?


Du kennst Fela Kuti oder King Sunny Adé – aber hast du schon einmal von Le Roi Alèkpéhanhou oder Tshibaka Mulomba gehört?


Du weißt, welche afrikanischen Künstler mit Peter Gabriel oder David Byrne zusammengearbeitet haben – aber weißt du auch, was Taxifahrer in Bamako hören? Kennst du die Rolle der Tsapiky-Musik bei Festen auf Madagaskar oder die Bedeutung des Tanzes von Damballah in der afrikanischen Diaspora?


Matthew Lavoie sammelt seit über zwanzig Jahren Kassetten aus allen Teilen Afrikas. Er studierte in Dakar und arbeitete anschließend eng mit Musikerinnen und Musikern in Mauretanien zusammen. In Burkina Faso gründete er gemeinsam mit Seydou Koita – einem der aufstrebenden Gitarristen Westafrikas – die Gruppe Yeliza. Mehrere Jahre lang gehörte er zu den prägenden Figuren der kongolesischen Underground-Musikszene in Marokko. In seinem Heimstudio produzierte er Dutzende Underground-Hits und arbeitete mit den wichtigsten Stimmen der marokkanischen Rumba-Szene zusammen. Zuletzt trat er bei allen vier Ausgaben des New York Forward Festivals in Tanger auf.


Für Voice of America Radio arbeitete er als Autor, Produzent und Moderator der langjährigen Sendung *Music Time in Africa*. 2008 gründete und betreute er mit *African Music Treasures* den ersten musikbezogenen Afrika-Blog des Senders. Dort veröffentlichte er seltene Aufnahmen, Künstlerporträts und Hintergrundtexte aus dem umfangreichen Archiv von Voice of America, darunter auch aus der Leo Sarkisian Library. Heute setzt er seine Arbeit unabhängig über seinen langjährigen Blog *Wallahi le Zein!* fort. Er hat eine ikonische Compilation mauretanischer Gitarrenmusik für Mississippi Records zusammengestellt und mit ihnen außerdem an der ersten internationalen Veröffentlichung eines der Meisterpoeten Ruandas gearbeitet. Eine Veröffentlichung auf Sublime Frequencies ist in Vorbereitung.


Volunteer Radio bringt Matthew Lavoie in die Rampe in der Hannoveraner Nordstadt. Dort präsentiert er Aufnahmen aus seinem außergewöhnlichen Archiv und spricht über ihren kulturellen, sozialen, religiösen und musikalischen Hintergrund. Anschließend spielt er seine ebenso eigenwillige wie unverwechselbare Gitarrenmusik gemeinsam mit mehreren Musikerinnen und Musikern der lokalen Avantgarde-Szene.


Als autodidaktischer Gitarrist mit einer sehr persönlichen Spielweise, die tief in der Free-Jazz-Tradition verwurzelt ist, erhebt Matthew nicht den Anspruch, irgendeine afrikanische Musiktradition zu repräsentieren. Stattdessen lädt er sein Publikum dazu ein, intuitiv nachzuvollziehen, wie Jahrzehnte intensiver Beschäftigung mit traditioneller afrikanischer Musik durch seinen einzigartigen Zugang zur Gitarre und seine eigene musikalische Sprache weiterwirken.


Präsentation auf Englisch, Übersetzung ins Französische und Deutsche verfügbar.